Leitfaden gegen Unterrichtsstörungen

Unterrichtsstörungen vermeiden – Tipps & Online-Kurse für Lehrkräfte

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Unterrichtsstörungen sind ein unvermeidbarer Teil des Schulalltags. Die Schüler:innen schwätzen, schreiben Nachrichten auf ihren Smartphones oder weigern sich, Aufgaben zu lösen. Solche und ähnliche Vorkommnisse können sowohl das Lehren als auch Lernen zur Herausforderung machen.

Was sind Unterrichtsstörungen? (Definition)

Laut PD Dr. Gert Lohmann handelt es sich bei Unterrichtsstörungen um jegliche Ereignisse, die das Lehren und Lernen beeinträchtigen, unterbrechen oder gar unmöglich machen.

Mit anderen Worten, es hängt vom subjektiven Empfinden der Lehrer:innen und Schüler:innen ab, was als eine Unterrichtsstörung wahrgenommen wird. Denn was manche zum Beispiel kalt lässt, kann andere an den Rand der Verzweiflung bringen.

Was genau zählt jedoch zu Unterrichtsstörungen?

Beispiele von Unterrichtsstörungen

Nach Lohmann gibt es verschiedene Arten von Unterrichtsstörungen, die sich wie folgt aufteilen:

  • Verbales Störverhalten: alle unerwünschten verbalen Äußerungen (z. B. vorlautes Verhalten, Zwischenrufe, Beleidigungen, Schwätzen).
  • Mangelnder Lerneifer: Desinteresse, Unaufmerksamkeit oder geistige Abwesenheit der Schüler:innen.
  • Motorische Unruhe: Hierzu gehören Zappeln, das Kippeln mit Stühlen, unaufgefordertes Herumlaufen im Klassenzimmer.
  • Aggressives Verhalten: Schuler:innen neigen zu Wutanfällen, greifen andere Mitschüler:innen an oder beschädigen Sachen im Klassenzimmer.

Tipp: Kennst du auch einige Fallbeispiele von Unterrichtsstörungen? Werde Teil des Schulflix Changemaker Circle und berichte über deine Erfahrungen, teile ein interessantes Video passend zum Thema oder hör anderen Expert:innen einfach nur zu.

Doch wie kommt es zu Unterrichtsstörungen? Nur wenn du dieser Frage auf den Grund gehst, kannst du handeln und deinen Lehrprozess entsprechend anpassen. Im nächsten Kapitel stellen wir dir mögliche Ursachen vor.

Ursachen von Unterrichtsstörungen

Zu den Ursachen von Unterrichtsstörungen gehören unter anderem:

  • geringes Selbstwertgefühl
  • zu wenig Schlaf
  • Langeweile
  • körperliche Ursachen (z. B. Dyslexie)
  • neurobiologische Ursachen (z. B. ADHS)
  • Umwelt (Erziehungsstil, zu große Erwartungen an das Kind usw.)
  • Bedingungen in der Schule/im Unterricht (die Schüler:innen fühlen sich über- oder unterfordert)
  • Pubertät
  • Gruppenzwang

Kommen wir nun von der Theorie zur Praxis – welche Maßnahmen gegen Unterrichtsstörungen helfen wirklich?

Strategien gegen Unterrichtsstörungen in der Grundschule & Co.

Für den richtigen Umgang mit Unterrichtsstörungen haben wir ein paar interessante Strategien für dich rausgesucht. Zuerst findest du hilfreiche Hacks, mit denen du Unterrichtsstörungen vorbeugen kannst, gefolgt von Maßnahmen, die du einleiten kannst, sollten doch welche auftreten.

Lass dich inspirieren!

Prävention von Unterrichtsstörungen

Als Lehrer:in kannst du bereits im Vorfeld Einiges tun, um Unterrichtsstörungen deutlich zu reduzieren.

  • Lege Klassenregeln und Rituale fest: Führe möglichst frühzeitig Regeln und Rituale ein, damit die Schüler:innen wissen, welche Verhaltensweisen erwünscht bzw. unerwünscht sind.
  • Komm gut vorbereitet in den Unterricht: Wenn du keine klare Vorstellung davon hast, wie dein Unterricht ablaufen soll, wirkt sich das negativ auf das Klassenklima aus und massive Unterrichtsstörungen könnten die Folge sein. Bereite dich deshalb im Voraus gut auf jede Stunde vor, denn dadurch werden sich auch die Schüler:innen besser konzentrieren können.
  • Schaffe eine angenehme Klassenatmosphäre: Nimm dir die Zeit, deine Schüler:innen kennenzulernen und eine Beziehung zu ihnen aufzubauen. Veranstalte zum Beispiel kleine Geburtstagsfeiern oder lege wöchentliche Gesprächszeiten fest, um auch mal persönliche Themen anzusprechen (Hobbys, Pläne für die Zukunft usw.).
  • Minimiere Ablenkungen: Um Ablenkungen für dich selbst sowie deine Schüler:innen zu reduzieren, helfen schon ein paar kleine Tricks. Entferne während des Unterrichts Gegenstände wie etwa Sportgeräte oder Spiele aus dem Klassenzimmer, schalte dein Handy aus und vermeide es, deinen Computer während der Unterrichtszeit zu benutzen. Wenn Tests und Übungen anstehen, kannst du auch ein „Bitte nicht stören” Schild an die Tür hängen – stell jedoch sicher, das auch andere Lehrer:innen und Mitarbeiter:innen deine Regeln einhalten.
  • Vereinbare Konsequenzen für unangemessenes Verhalten: Die Schüler:innen sollten darüber im Klaren sein, welche Folgen ein Regelverstoß hat. Wenn sie wissen, was sie bei Verstößen erwartet, gibt es weit weniger Chaos, Verwirrung und Unterrichtsstörungen.

Tipp: Classroom Management wird bei Schulflix groß geschrieben. Daher haben wir keine Mühen gescheut und ein breites Angebot an Online-Kursen und Webinaren für dich zusammengestellt.

Richtiger Umgang mit Unterrichtsstörungen

Auch mit präventiven Maßnahmen kannst du nicht alle Unterrichtsstörungen vermeiden. Das musst du auch nicht. Die folgenden Strategien werden dir dabei helfen, im Fall der Fälle entsprechend zu handeln.

  • Reagiere sofort: Sobald Unterrichtsstörungen auftreten, ist deine Reaktion gefragt. Lass keine Diskussionen zu und stell sicher, dass die Angelegenheit nicht eskaliert.

Tipp: Nicht immer reichen positive Verstärker oder Belohnungssysteme aus, um die Schüler:innen zur Einhaltung der Regeln zu motivieren. Reagiere zur Abwechslung ohne viele Worte auf Unterrichtsstörungen und zieh eine rote Karte.

 

  • Bleib ruhig: Reagiere souverän und bleibe möglichst gelassen. Wut und Angst verschlimmern die Situationen eher.

  • Suche das Gespräch: Bitte den Schüler bzw. die Schülerin, dich nach dem Unterricht aufzusuchen, um die Ursache der Unterrichtsstörung herauszufinden und angemessenes Verhalten zu besprechen.

  • Bitte um Hilfe: Auch Lehrer:innen stoßen manchmal an ihre Grenzen. Wenn keine Gespräche mit deinen Schüler:innen mehr helfen und du es alleine nicht schaffst, die Unterrichtsstörungen zu bewältigen, bitte um Hilfe. Sprich mit der Schulleitung oder schalte ggf. externe Beratungsstellen (z. B. Jugendhilfe, Therapeuten) ein.

Tipp: Wie du siehst, ist der Maßnahmenkatalog bei Unterrichtsstörungen in der Grundschule und Co. sehr umfangreich. Ein Beobachtungsbogen ist eine weitere, effiziente Methode, um Unterrichtsstörungen zu erfassen und zu analysieren. Probier es auch in deiner Klasse aus!

Meistere Unterrichtsstörungen mit den Online-Fortbildungen von Schulflix

Ob man es will oder nicht, Unterrichtsstörungen gehören zum Schulalltag einfach dazu. Damit du sie mühelos meistern kannst, haben wir bei Schulflix interessante Online-Kurse für dich herausgesucht.

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Literaturtipps

Lohmann, Gert (2011). Mit Schülern klarkommen: Professioneller Umgang mit Unterrichtsstörungen und Disziplinkonflikten. Berlin: Cornelsen.

Klaffke, Thomas (2020). Unterrichtsstörungen – Prävention und Intervention: Möglichkeiten und Chancen einer ressourcenorientierten Pädagogik. Verlag: Kallmeyer.

Schulflix nimmt dich an die Hand und zeigt dir, wie ein pädagogisch sinnvoller Umgang mit Unterrichtsstörungen aussehen kann.

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