Klassenregeln als Basis

So gestaltest du mit deinen Schülerinnen und Schülern Klassenregeln - für eine entspannte (Grund)Schulzeit

Schüler:innen besprechen gemeinsam Klassenregeln.

Klassenregeln sind die Basis für guten Unterricht. Besonders gilt das für Schulanfängerinnen und Schulanfänger: in der Grundschule werden die Klassenregeln vermittelt, welche die Kinder später auf ihrem ganzen Bildungsweg begleiten.

In diesem Beitrag zeigen wir dir, wie du sinnvolle Klassenregeln gemeinsam mit deiner Klasse erarbeitest und in die Tat umsetzt. Du lernst, welche Methoden besonders geeignet sind, um bei möglichst allen Schüler:innen Konsens und Respekt hinsichtlich der Regeln zu erreichen. Denn nur wenn Klassenregeln eingehalten werden, haben sie einen Wert. Zuletzt zeigen wir dir, wie du Klassenregeln weiterentwickelst und wann dafür eigentlich die Zeit reif ist.

Wie sehen gute Klassenregeln aus?

Regeln bestimmen unser Leben. Es gibt explizite Regeln wie im Straßenverkehr oder bei der Steuererklärung und implizite Regeln, die vor allem im menschlichen Miteinander gelten. Regeln werden meistens nur gut von Menschen angenommen, wenn sie das Gefühl haben – zumindest teilweise – mitbestimmen zu können. Ganz besonders gilt das für Kinder. Sie müssen die Erfahrung machen, dass von den gemeinsam erstellten Regeln am Ende alle profitieren und sie auch den Klassenalltag erleichtern. Das fördert nicht nur Sozialkompetenz, sondern auch die Selbstwirksamkeit der Kinder.

Doch welche Regeln für Regeln in der Schule gibt es?

1. Regeln müssen verständlich und kurz sein
2. Regeln werden positiv als Gebote und nicht negativ als Verbote formuliert
3. Regeln erklären in der Ich-Form (oder Wir-Form), welches Verhalten wünschenswert ist
4. Je weniger Regeln, desto besser
5. Konsequenzen für Regelverstöße klar festlegen und immer fair durchsetzen

Diese Grundsätze gelten für den Unterrichtsablauf, Gruppenarbeit und natürlich auch für Pausen und sämtliches soziales Miteinander.

Wann ist der beste Zeitpunkt, um Klassenregeln einzuführen?

Timing ist alles: Klassenregeln einzuführen, ist ein langer Prozess, denn nicht das Erstellen der Regeln ist entscheidend, sondern deren tagtägliche Umsetzung. Meistens entscheiden sich Lehrkräfte dafür, Klassenregeln am Anfang des Schuljahres zu erarbeiten. Das ist sinnvoll, denn so wissen Schüler:innen für das gesamte Schuljahr, was von ihnen erwartet wird.

Trotzdem solltest du nicht am ersten Tag direkt mit der Tür ins Haus fallen. Gib den Kindern Zeit, sich (und auch dich) kennenzulernen! Wie viel Selbstdisziplin ist bereits vorhanden? Wo könnten Schwierigkeiten lauern? Welche Schüler:innen haben vielleicht besonderen Förderbedarf und müssen sinnvoll in das Regelsystem einbezogen werden? Erst wenn du das alles gründlich bedacht hast, kannst du Klassenregeln entwerfen – zunächst als Vorschlag. Wichtig ist ebenfalls, dass du die Klassenregeln mit einem sinnvollen Classroom Management verknüpfst.

Wie du deine Vorschläge nun deinen Schüler:innen am besten anbietest, erklären wir dir jetzt mit unseren Methoden.

Beispiele für Klassenregeln

Methode 1 – die Zettelwirtschaft

Diese Methode eignet sich besonders für den Anfang des Schuljahres. Du verteilst Post Its an deine Klasse mit folgendem Auftrag: die Kinder sollen sich überlegen, welche Regeln ihnen wichtig wären und was sie sich generell wünschen. Diese Wünsche gleichst du dann im Unterricht mit dem von dir vorbereiteten Rahmen ab. So entsteht ein gemeinsames Regelwerk. Dieses wird dann in einem Arbeitsblatt bearbeitet, um das Bewusstsein der gerade verabschiedeten Regeln zu festigen. Zusätzlich gibt es eine Hausaufgabe zur Vertiefung.

Methode 2 – die Lehrer-Regeln

Dreh den Spieß doch einmal um: Frag deine Schüler:innen, welches Verhalten sie sich von dir wünschen. “Lehrer-Regeln” und natürlich “Lehrerinnen-Regeln” sind an sich sehr sinnvoll, denn du bekommst direktes Feedback von deiner Klasse und gibst deinen Schüler:innen ein Gefühl von Fairness.

Beispiele für Lehrer-Regeln:

  • Tests werden immer vorher angekündigt
  • Wenn ein Kind die Antwort nicht weiß, fragt die Lehrkraft jemand anderen
  • Die Lehrkraft erklärt ein Thema, bis jeder es verstanden hat
  • Besondere Rituale, die sich die Schüler:innen wünschen, werden eingehalten

Methode 3 – Das Klassenregeln-Plakat

Die Klassenregeln zu visualisieren, ist ein ganz wichtiges Element für deren Erfolg. In der Grundschule eignet sich ein Plakat, das im Klassenzimmer aufgehängt wird. Im Idealfall reicht dann ein Fingerzeig statt einer verbalen Intervention, um die Regeln durchzusetzen.

Sehr hilfreich ist es weiterhin, mit Symbolen statt mit geschriebenem Text zu arbeiten. Diese sind leicht verständlich und können schnell erfasst werden.

Für ältere Schüler:innen können andere Mittel gewählt werden. Wie wäre es mit einem selbst erstellten digitalen Wiki, in dem die Klassenregeln ausführlich erklärt werden?

Unsere Schulflix Online-Kurse zu Klassenregeln

Schon gewusst? Bei Schulflix kannst du dich zum Thema Klassenregeln einfach online fortbilden. Gemeinsam mit unseren Expertinnen und Experten haben wir digitale Formate entwickelt, die deine Lehrerfortbildung zeitgemäß und sinnstiftend machen.

Endlich Ruhe im Klassenzimmer

Weniger Lärm im Klassenzimmer ist eine natürliche Begleiterscheinung von funktionierenden Klassenregeln. Martina Winter zeigt dir, mit welchen Methoden du wieder mehr Ruhe in deinen Unterricht bekommst. Danach kannst du selbst entscheiden, wie du diese mit deinen bestehenden Klassenregeln kombinierst.

Der Fairnesscode im Klassenzimmer

Christoph Eichhorn hat sich bisher vor allem als Experte zum Thema Classroom Management einen Namen gemacht. Für Schulflix hat Christoph einen Kurs konzipiert, in dem sich alles um den Begriff der Fairness dreht. Du lernst, wie du verbindliche Klassenregeln definierst und damit die Lehrer:innen-Schüler:innen-Beziehung stärkst.

Klassenregeln dürfen sich verändern, aber wie?

In deiner Klasse wird mit etablierten Klassenregeln gelernt? Bravo! Dennoch ist es wichtig, Klassenregeln in festen Abständen zu hinterfragen. Mindestens mit jedem neuen Schuljahr sollte das gemeinsame Regelwerk auf den Prüfstand gestellt werden. Wenn du beispielsweise feststellst, dass Unterrichtsstörungen im Verlauf des Jahres zugenommen haben, solltest du dies gemeinsam mit deinen Schüler:innen thematisieren und herausfinden, welche Klassenregeln am häufigsten missachtet werden und warum.

Etwa muss die Grundregel “Pünktlichkeit” muss nicht jedes Jahr von neuem thematisiert werden, da die Schüler:innen diese wahrscheinlich bereits verinnerlicht haben. Wichtig: Lass deine Schüler:innen regelmäßig Verbesserungsvorschläge machen. Diese können dann gemeinsam besprochen und nötige Updates der Klassenregeln beschlossen werden.

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