Die Magie des Schreibens:

Expressive Writing im Schulalltag

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Wir schreiben täglich. Seien es Unterrichtsvorbereitungen, Arbeitsblätter, Tafelbilder, Klassenbucheinträge oder E-Mails. Jeden Tag haben wir einen Stift in der Hand. Dabei ist den meisten von uns gar nicht bewusst, dass dies eine wahre Wunderwaffe gegen Stress sein kann. Richtig gelesen, Schreiben kann Stress reduzieren und das Wohlbefinden fördern. Es ist daher ein hilfreiches Tool für den herausfordernden Lehrer:innenalltag.

Aufwand: 2/10
Dauer: 15-20 Minuten täglich
Zielgruppe: Lehrkräfte
Ziel: Stressreduktion, Steigerung des Wohlbefindens

Der Psychologe James Pennebaker von der University of Texas fand heraus, dass regelmäßiges Schreiben über Situationen und Gefühle positive Auswirkungen auf das Wohlbefinden seiner Patient:innen hatte. Weitere Studien haben die positiven Effekte auf die körperliche und geistige Gesundheit bestätigt. Also – ran an den Stift!

James Pennebaker

Wie geht Expressive Writing?

Zeit: Am effektivsten ist es, wenn du eine 15-20-minütige Schreibroutine einrichtest. Idealerweise jeden Tag oder ein paar Mal pro Woche. Mach es dir mit einer Tasse Tee, Papier und Stift bequem.

Thema: Gab es ein Thema oder ein Ereignis, das besonders belastend oder gegenwärtig ist? Wenn ja, kann das die Schreibanregung für den Tag sein.

Schreibe mit der Hand: Unser Gehirn verarbeitet Informationen beim handschriftlichen Schreiben anders als beim Tippen am Laptop.

Schreibe ohne Punkt und Komma: Beim expressiven Schreiben geht es nicht um Schönheit, Rechtschreibung oder Grammatik. Schreibe kontinuierlich und ohne abzusetzen, egal was. Wir wollen keinen Roman veröffentlichen, sondern die Gedanken aufs Papier bringen, da ist die Form zweitrangig.

Gib deinen Gefühlen Raum: Es kann sein, dass beim Schreiben intensive Gefühle durchlebt werden. Nach 1-2 Stunden verschwinden diese meist wieder.

Wenn wir unsere Gedanken unzensiert niederschreiben, schreiben wir uns den Stress buchstäblich von der Seele. Beim Schreiben verwandeln sich die “Gedankenwolken” in lineare Sätze. Das Chaos in unserem Kopf entwirrt sich, unsere Sicht der Dinge wird klarer. Wir gewinnen Abstand zu unseren Gedanken und können sie leichter loslassen. Besonders vor dem Schlafengehen, nach einem stressigen Schultag kann das sehr hilfreich sein.

Nimm dir nach dem Schreiben ein wenig Zeit, um das Geschriebene nochmal zu lesen und darüber zu reflektieren. Falls du Sorgen haben solltest, dass deine Gedanken von anderen gelesen werden, verstecke oder zerreiße sie direkt. Der positive Effekt bleibt bestehen.

Den Stress von der Seele schreiben

Sei neugierig und nimm dir Zeit für dich und deine Gedanken, es wird sich lohnen. Du kannst auch gemeinsam in einer Gruppe, zum Beispiel mit anderen Kolleg:innen oder Freund:innen schreiben. Das schafft Verbindlichkeit und Raum zum Austausch. Oder wie wäre es, wenn du dich mit deinen Mit-Referendar:innen zum gemeinsamen Schreiben verabredest? Insbesondere in dieser herausfordernden Zeit kann eine Gemeinschaft dieser Art sehr hilfreich sein. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

gemeinsames Schreiben während des Referendariats

Und wenn du magst: Probiere das ganze doch mal mit deiner Klasse aus! Als Übung zum Wochenbeginn oder um ins Wochenende zu starten. Oder um ein Projekt oder einen Konflikt zu reflektieren – die Möglichkeiten sind endlos. Und Zettel und Stift sind garantiert genügend da.

Viel Spaß und Erfolg beim Schreiben!

Wichtiger Hinweis:

Expressive Writing ist kein Ersatz für eine Therapie. Bitte suche dir bei akuter Belastung therapeutische Unterstützung, es gibt viele tolle Kontakte und Anfaufstellen.

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30.09.2022